Jahresbericht 2020

Das Frauenhaus Trier hat seinen Jahresbericht für das ungewöhnliche Jahr 2020 veröffentlicht.

Vorab kann gesagt werden, dass der Betrieb im Frauenhaus und in der nachgehenden Beratung durchgehend aufrechterhalten werden konnte. Ein sorgfältig ausgearbeiteter Pandemieplan und dessen ständige Anpassung an die aktuellen Gegebenheiten machten das möglich. Die Einhaltung der Richtlinien dazu bei, Infektionen zu vermeiden.

Trotz einer Art Schockstarre im ersten lockdown, wo zunächst alle Telefone stillstanden, ist die Gesamtzahl der Notrufe um ca. 30% angestiegen. Die Zahl der Belegungstage der Frauen und Kinder im Frauenhaus waren sehr hoch, in der Beratungsstelle für nachgehende Beratung wurden so viele telefonische Beratungen wie nie zuvor geführt.

Mehr Informationen und grafische Darstellungen der Zahlen sind hier Jahresbericht 2020 Druck  nachzulesen.

Gerne versenden wir auf Anfrage eine Print-Version.

Grevio Schattenbericht RLP zur Umsetzung der Istanbul Konvention

Istanbul-Konvention muss konsequent und nachhaltig umgesetzt werden

 

Anfang September wurde der GREVIO-Staatenbericht zur Umsetzung der Istanbul-Konvention in Deutschland veröffentlicht. „Auch über zwei Jahre nach Inkrafttreten der Gewaltschutz-Konvention fehlen Deutschland ein politisches Konzept, handlungsfähige Institutionen und die notwendigen Ressourcen, um alle Frauen und Mädchen vor Gewalt zu schützen,“ kritisiert das zivilgesellschaftliche Bündnis IstanbulKonvention, BIK, in seiner Pressemitteilung.

Der Interventionsverbund des rheinland-pfälzischen Interventionsprojekts RIGG gegen Gewalt in engen sozialen Beziehungen, bestehend aus Vertreter*innen der Frauennotrufe, Frauenhäuser, Interventionsstellen und Täterarbeitseinrichtungen, hat sich entschieden, seine jeweiligen Schattenberichte für RLP gemeinsam zu veröffentlichen.

Lesen Sie hier IV_RLP_Grevio_Schattenbericht_2020_01

Zum Weltfrauentag 8.3.21

Zum Weltfrauentag, 8.März 2021
Wahljahr 2021 – es gibt viel zu tun !
Die Bundestagswahl und die Landtagswahlen in Deutschland bieten die Chance, das Thema Gewalt gegen Frauen endlich nachhaltig in den Fokus zu rücken. Der effektive Gewaltschutz von Frauen und ihren Kindern ist in Deutschland nach wie vor nicht gewährleistet.
Einige der entscheidenden Defizite sind:
• Nicht alle Frauen haben Zugang zu Schutz und Unterstützung
• Die Umsetzung der Istanbul-Konvention weist eklatante Lücken auf
• Femizide werden von der Bundesregierung nicht wirksam verhindert
• Die Finanzierung von Frauenhäusern ist bundesweit unterschiedlich und nicht auskömmlich
• Gewaltschutz steht in Sorge- und Umgangsrechtsverfahren nicht an erster Stelle
Die genannten Defizite sind altbekannt und erfordern ein konsequentes, nachhaltiges politisches Handeln. Zur Erfüllung des in Art. 2 (2) Grundgesetz festgeschriebenen Grundrechts auf körperliche Unversehrtheit braucht es eine ressortübergreifende Gesamtstrategie1. Eine der wichtigsten Kernforderungen bleibt die einzelfallunabhängige, bundeseinheitliche Finanzierung der Frauenhäuser. Nur damit kann der Zugang zu Schutz und Unterstützung für alle gewaltbetroffenen Frauen gesichert werden.
„Die Grundrechte gewaltbetroffener Frauen und ihrer Kinder sind nach wie vor nicht geschützt, die Parteien müssen jetzt zeigen, dass ihnen dieses Thema wichtig ist“, sagt Britta Schlichting von der Zentralen Informationsstelle Autonomer Frauenhäuser (ZIF). „Für Frauen und ihre Kinder ist nach erlebter Gewalt ein sicherer Ort wichtig, den sie niedrigschwellig und unbürokratisch erreichen, um dort eine neue sichere Lebensperspektive zu entwickeln“, ergänzt ihre Kollegin Sylvia Haller.

Jahresbericht 2019

Jahresbericht

Jedes Jahr veröffentlicht das Frauenhaus Trier einen Jahresbericht,

um über die Tätigkeiten des vergangenen Jahres zu berichten

und die Öffentlichkeit über die Arbeit im Frauenhaus zu informieren.

Hier können Sie sich unseren aktuellen Jahresbericht als PDF-Datei herunterladen:

 

http://www.frauenhaustrier-fördern.de/data_files/Jahresbericht_2019.pdf

Psychoedukative Broschüre „Was ist los mit mir?“ – Stress und Trauma erklärt in leichter Sprache

Im Rahmen der traumasensiblen Beratungsarbeit im Frauenhaus entstand 2016 die Idee, Expert*innenwissen zur Aufklärung und Selbsthilfe an Klient*innen des Hilfesystems weiterzugeben.

Nun freuen wir uns eine psychoedukative Broschüre in leichter Sprache zum Thema „Stress und Trauma“ vorzustellen:

Inhaltlich wird auf die Zusammenarbeit von Körper und Geist, automatische Notfallreaktionen und Konsequenzen in der Verarbeitung von Erinnerungen eingegangen. Stress-  und Traumasymptome werden erklärt und es wird betont, dass nicht jeder Notfall ein Trauma zur Folge hat. Den Abschluss bildet ein anregender Übungsteil.

Als psychoedukative Maßnahme soll die Informationsbroschüre Menschen zur Verfügung gestellt werden, deren Leben aufgrund beunruhigender Ereignisse aus den Fugen geraten ist. Es beruhigt zu erkennen, dass man ganz normal auf unnormale Ereignisse reagiert hat. Dies ist ein wichtiger Schritt im Prozess der Stabilisierung.

Die Barrierefreiheit durch Leichte Sprache war uns besonders wichtig, denn: wenn Frauen viel verstehen, wissen sie mehr. Dann können sie besser selbst entscheiden und selbst bestimmen.

Alle Kolleginnen sind eingeladen, die Broschüre in der Praxis gemeinsam mit  Betroffenen zu nutzen und/oder an diese auszuhändigen.

Dabei dient die ausführliche Darstellung der Zusammenhänge als Überblick und es steht allen frei, im Gespräch oder bei der persönlichen Aushändigung das individuell Wesentliche hervorzuheben.

Den fachlichen Hintergrund der Broschüre liefern der kollegiale Austausch im Frauenhaus-Team und das Erklärungsmodell von „Denker und Häschen“ des Instituts Berlin, welches sich in der Beratungspraxis mit den Frauenhausbewohnerinnen bewährt hat.  Idee und Aufbau stammen von Jutta Kap, die Texte  wurden vom Kompetenzzentrum Leichte Sprache in Westerburg in leichte Sprache übersetzt. Die Prüflesegruppe der Lebenshilfe Altenkirchen hat den Text geprüft.  10Geeks – Software Engineering hat das Layout professionell gestaltet.

Gefördert wurde das Projekt vom Förderverein Frauenhaus Trier e.V. und dem Ministerium für Familie, Frauen, Jugend, Integration und Verbraucherschutz Rheinland-Pfalz.

Die Broschüre kann für 10,00 € (zzgl. Porto und Verpackung) unter mitarbeiterinnen@frauenhaus-trier.de bezogen werden.

  • 130 Seiten
  • Spiralbindung
  • Din A5 Format